Wie funktioniert „Einfach beraten“?

Wie funktioniert „Einfach beraten“?

Wenn wir Sokrates mit seiner grundsätzlichen Aussage: „Ich weiß, dass ich nicht (endgültig) weiß“ und dem darauf aufbauenden Relationalen Ansatz mit der grundsätzlichen Idee folgen, dass „die Welt zwischen uns entsteht“, dann dürfen wir das jeweils „Funktionierende“, das „Passende“ immer wieder aufs Neue herausfinden; aber „richtig“ bzw. „falsch“ oder „objektiv“ wird es nie.

Für das Relationale Coaching bedeutet dies aus meiner Sicht, dass wir nicht davon ausgehen können, dass wir „Recht“ oder „Unrecht“ hätten oder dass bestimmte Dinge „so“ oder „anders“ sein „sollten“. Wir brauchen also mit dem Coachee niemals darüber streiten, was „geht“ und was „nicht geht“, was wirklich wirklich funktioniert“ und was „gar nicht funktionieren kann“.
Wir lassen uns vielmehr ein auf die Wirklichkeit des Coachees und die subjektiv erlebten Möglichkeiten des Coachees, die aus meiner Sicht nur begrenzt sind durch dessen Denkrahmen – durch die Antwort auf die Frage, „Was kann ich mir (noch) vorstellen?“
Wir können dann jedenfalls davon ausgehen, dass jeder Mensch – und damit auch Ihr Coachee – im Laufe des Lebens seine ganz persönliche Wirklichkeit, seine „Landkarte“ entwickelt, in der bestimmte Orte vorkommen, zwischen denen bestimmte Verbindungen bestehen. Und wir können davon ausgehen: Seine „Landkarte“ IST aus meiner Sicht jeweils sein „Land“ – er hat nichts anderes zur Verfügung, er bewegt sich immer innerhalb seines Landes. Und selbst wenn Sie gemeinsam mit ihm seine Landkarte und damit sein Land verändern, ist und bleibt seine Landkarte das Land (sie hat sich nur verändert).
Nun, wir stellen natürlich den Denkrahmen des Coachees mit unseren recht ungewöhnlichen Fragestellungen laufend in Frage – denn die Lösung findet, gehen wir mit Paul Watzlawick, immer außerhalb des gewohnten Denkrahmens statt.

Das ist unser zentrales Thema im Relationalen Coaching! Aber wir sind bei diesem Infragestellen meines Erachtens immer darauf beschränkt, inwieweit der Coachee mit bereit ist, seine Wirklichkeit zu verändern und seinen Denkhorizont zu erweitern, indem er bestimmte Paradigmen (Glaubenssätze, also Dinge an die er glaubt), bereit ist aufzugeben. Dann schafft er – bildlich gesehen – neue Orte auf seiner ganz persönlichen Landkarte, gibt andere auf, verändert Strecken oder gestaltet überhaupt seine gesamte Landkarte nochmals neu.
Insofern versteht sich Relationales Coaching dann als Tanz zwischen Coach und Coachee, in dem der Coach so passende Fragen wie möglich stellt, um den Coachee so hilfreich wie möglich zu verstören (hilfreich im Sinne einer fokussierten Störung: Es geht ja im Relationalen Coaching nicht darum, den Coachee so viel wie möglich zu verstören, sondern vielmehr darum, ihn so zu verstören, dass er eine gute neue Zukunft, eine neue „Wirklichkeit“ für sich definieren kann).

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